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Die Toms sind wahrscheinlich die musikalischste Komponente deines Schlagzeugs. Sie verwandeln ein rein rhythmisches Instrument in ein Melodisches.
Wenn du möchtest, dass deine Toms einen großen, aufgepumpten Sound liefern, musst du sie mit einem Kompressor aufblasen. Dynamische Kompression ist - mehr als jeder andere Effekt - die geheime Zutat für druckvolle und knallharte Toms. In diesem Beitrag stelle ich euch bewährte Methoden zur Komprimierung von Toms vor. Wenn du bisher Schwierigkeiten hattest, solide klingende Toms zu mischen, werden dir die Tipps und Tricks in diesem Beitrag garantiert weiterhelfen.

Toms

»Shit in - Shit out« 

oder auf gut deutsch: Einen Scheißhaufen kann man nicht aufpolieren! (Zitatende Eddie Van Halen) Unerfahrene Mischer neigen dazu, eine Spur mit gefühlten tausend Plug-ins zu versehen, um einen Sound in Studioqualität zu erreichen - selbst wenn die Originalspur schlecht aufgenommen wurde. Dies ist jedoch ein Fehler. Wenn eine Spur ohne Bearbeitung schlecht klingt, wird sie durch das Hinzufügen von Kompression und anderen Effekten wahrscheinlich noch schlechter klingen.

Anstatt zu versuchen, die Unzulänglichkeiten eines Tracks mit Plug-ins zu kaschieren, solltest du stattdessen versuchen, den Track neu aufzunehmen. Wenn es nicht möglich ist, die Spur neu aufzunehmen, z. B. wenn du das Projekt einer anderen Person abmischst, ist ein Sample-Replacement-Plug-In bzw. Drum-Replacement die richtige Wahl.

Drum-Replacement-Plug-Ins tun genau das, was ihr Name vermuten lässt: Sie ersetzen einen minderwertigen Sound durch einen hochwertigen, im Studio produzierten Klang. Auf diese Weise kannst du deinen Toms die Qualität einer Studioaufnahme verleihen, die deine Produktion garantiert aufwertet.

Du musst natürlich nicht immer alles auf einmal ersetzen. Wenn deine Toms schlapp, aber noch passabel klingen, versuche einmal, gerade genug von den Samples dazu zuzumischen, um den Originalsound zu verstärken; wenn deine Toms völlig unbrauchbar sind, ersetzt du den Originalsound komplett.

Wenn deine Toms auch ohne Bearbeitung gut klingen, können wir zum nächsten Schritt übergehen.

 

 

tomdrumset

 

Ein paar Worte zum Thema Schlagzeug stimmen

Da es sich bei den Toms um melodische Perkussionsinstrumente handelt, lassen sie sich durch das Stimmen auf die Tonart des Songs oft besser in den Mix integrieren. Das ist zwar nicht unbedingt notwendig, aber wenn du deine Toms auf die Tonart deines Songs abstimmst, vermeidest du dissonante Frequenzkollisionen und seltsame Schwingungen - die oft als unangenehmes Klingeln wahrgenommen werden - vor allem, wenn du zwei Toms gleichzeitig spielst. Außerdem kannst du die Toms so richtig ausklingen lassen - du musst sie nicht so stark dämpfen.

Viele Klangliebhaber sind der Meinung, dass die Tonika und die Dominante - die erste und die fünfte Stufe der Tonleiter - beim Stimmen der Toms die besten Noten sind. Unabhängig davon sollten man Noten wählen, die in der Tonleiter liegen, die der Tonart des Songs entspricht. Mein Lieblingsschlagzeuger Stefan »Jopi« Jopen stimmt seit jeher in Quarten.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass verschiedene Tom-Größen unterschiedliche optimale Stimmbereiche haben, so dass man Noten wählen sollte, die innerhalb dieses Bereichs liegen. So stellst du sicher, dass das Tom nicht nur im Kontext deines Songs gut klingt, sondern auch für sich allein.

 

 

Stimmschlüssel

 

Entfernen unerwünschter Resonanzen

Toms sind, wie jede andere Spur in Ihrem Mix, anfällig für unerwünschte Frequenzanhäufungen. Diese auch als Resonanzen bezeichneten Frequenzanhäufungen vermindern nicht nur die Dynamik und den Headroom, sondern behindern auch deine Fähigkeit, den Track zu mischen.
In der Vergangenheit hat man unerwünschte Resonanzen beseitigt, indem man ein dynamisches EQ-Plug-in auf der betreffenden Spur installierte, eine starke Anhebung mit einer schmalen Q-Bandbreite erzeugte und dann das Frequenzspektrum durchlief, um alle störenden Frequenzen aufzudecken. Anschließend senkt man die Verstärkung des schlecht klingenden Frequenzbandes solange ab, bis die unerwünschten Artefakte verschwinden.
Bei Mastering The Mix haben wir eine bessere Lösung: das Plugin RESO. Dieses unverzichtbare Plug-in ist eine effektive Lösung zur Beseitigung unerwünschter Resonanzen. Und zwar automatisch - ohne lästige EQ-Sweeps!
RESO ist wirklich kinderleicht zu bedienen - du musst es nur auf deinen Tom Tracks inserten, auf die Schaltfläche "Calculate Targets" klicken, und RESO erledigt den Rest. RESO gibt dir nicht nur den Zielknoten zur Beseitigung der Resonanzen vor, sondern liefert auch hilfreiche Einstellungsvorschläge für optimale Ergebnisse.

 

 

Plugin Mastering The Mix RESO

 

Aufblasen der Toms: Wo man anfängt

Nun, da du gestimmte, saubere, resonanzfreie Tomspuren hast, ist es an der Zeit, deinen Lieblingskompressor einzusetzen. Wenn du ein Plug-in-User bist, werden die meisten Kompressor-Plugs mit vollem Funktionsumfang den Job mühelos erledigen. Hardware-Kompressoren und analog modellierte Plug-ins, wie SSL-, dbx 160- und 1176-Kompressoren, sind in professionellen Kreisen ebenfalls sehr beliebt. Unabhängig davon, ob du Plug-in oder Hardware verwendest, sind die Prinzipien der Verwendung eines Kompressors immer die gleichen. Verwende also unseren Leitfaden als Ausgangspunkt, und optimiere deine Spuren, bis du den gewünschten Sound erhälst.

Der erste Schritt besteht darin, einen Kompressor entweder auf jede einzelne Tom-Spur oder auf einen Stereo-Tom-Bus zu legen. Einzelne Kompressoren geben Ihnen mehr Kontrolle, während ein Stereobus einen kohärenteren Sound ergibt.

Was die Kompressionseinstellungen betrifft, so ist ein Verhältnis von 4:1 mit einem langsamen Attack und einer Release-Einstellung, die sich musikalisch in den Rest der Mischung einfügt, ein idealer Ausgangspunkt. Danach stellst du den Schwellenwert des Kompressors ein, bis man eine Gain-Reduzierung von 2 dB bis 6 dB erreicht. Mit diesen Einstellungen solltest du klare, druckvolle Toms erhalten, die wirklich klingen. Wenn das nicht der Fall ist, stelle die Ratio-, Attack- und Release-Regler des Kompressors so lange ein, bis dir das Ergebnis gefällt. ;-)

Ein Ratschlag: Verwende nicht die werkseitigen Voreinstellungen des Plug-ins. Es spielt keine Rolle, wer die Voreinstellungen programmiert hat, denn er hört sich deinen Mix nicht an - du schon! Es gibt keine einheitliche Einstellung für einen Kompressor. Deshalb ist es am besten, bei Null anzufangen und den Kompressor mit deinen Ohren für deinen Mix zu optimieren.

 

 

Kompressor

 

Tipps zur Fehlersuche für Toms

Meine Toms klingen matschig

Eine matschige Tom-Spur (oder mehrere matschige Tom-Spuren) ist ein sicherer Weg zu einer matschig klingenden Mischung. Daher solltest du den Mumpf in den tiefen Frequenzen beseitigen, bevor du mit der Komprimierung der Snare-Spur beginnst.
Trommeln mit niedrigeren Tonhöhen, wie z. B. Floor-Toms, enthalten mehr tieffrequente Informationen als Trommeln mit höheren Tonhöhen, wie z. B. Rack-Toms. Daher solltest du jede einzelne Trommel nach Möglichkeit separat anhören - und optimieren. Um die tiefen Frequenzen zu eliminieren, schaltest du dein bevorzugtes EQ-Plug-in ein und wendest dort einen Hochpassfilter auf alle Toms an.
Beginne bei den Floor-Toms mit einer Cutoff-Frequenz um 10 Hz und einer Flankensteilheit um 12 dB. Erhöhe die Cutoff-Frequenz, bis die Trommel zu dünn klingt und verringere dann die Frequenz, bis sie richtig klingt.
Bei Rack-Toms beginne mit einer Cutoff-Frequenz von etwa 30 Hz und einer Flankensteilheit von etwa 12 dB. Ähnlich wie bei den Floor-Toms: erhöhe die Cutoff-Frequenz, bis die Trommel dünn klingt, und verringern dann die Frequenz, bis due den gewünschten Klang erreichst.

 

 

EQ Cutoff Einstellung

 

Meine Toms klingen mumpfig, gedämpft und weit entfernt

Wenn deine Toms nach der Komprimierung dumpf oder distanziert klingen, dann versuche es mit einer langsameren Attack-Einstellung. Höchstwahrscheinlich dämpft der Kompressor die Transienten der Tom. Stelle die Attack-Zeit des Kompressors so ein, dass die Transienten noch durchgelassen werden, bevor die Gain-Reduktion einsetzt.
Dadurch wird sowohl der Attack des Toms maximiert als auch die gewünschte Durchsetzungskraft hinzugefügt.

 

Meine Toms klingen unausgewogen

Wenn deine Toms zu hohe Frequenzen enthalten, solltest du einen Equalizer verwenden.
Erhöhe zunächst die Frequenz um 100 Hz, um den Klangkörper zu verstärken, und um 7-8 kHz, um den Klang zu definieren.
Willst du moderne, transparent klingende Toms, solltest du um 3 kHz anheben.
Willst du einen natürlicheren, klassischen Klang, versuche es mit einer Anhebung im Bereich von 500 Hz.

Es gibt keinen Grund, mit EQ-Anhebungen übertrieben umzugehen. Wenn deine Toms übermäßig angehoben werden müssen, sollten du neu aufnehmen oder die Toms durch Samples ersetzen.

Du kannst jeden EQ für diesen Zweck verwenden, aber wenn du das zeitraubende Rätselraten satt hast, solltest du einmal das MIXROOM-Plug-in ausprobieren. MIXROOM ist ein intuitiver EQ, der dich mit anwendungsspezifischen Voreinstellungen und Zielfrequenzen auf der Grundlage einer Referenzspur ausstattet. Die Anwendung ist denkbar einfach: Richte das Plug-in einfach auf einer einzelnen Tom-Spur oder einem Stereobus ein, wähle eine geeignete Kanalvoreinstellung oder erstelle einen benutzerdefinierten Zielwert mit dem Zielsymbol in der unteren linken Ecke der Plug-in-Oberfläche und importiere eine Referenzspur. Mit der Target-EQ-Kurve von MIXROOM kannst du einen Sound auf Profi-Niveau erreichen, ohne mühsames Ausprobieren. Darüber hinaus kannst du mit der Schaltfläche »Smart Bands« hinzufügen EQ-Bänder einsetzen, die der Ziel-EQ-Kurve entsprechen. MIXROOM spart viel Zeit, selbst für erfahrene Mischtechniker. Denn wer würde nicht davon profitieren, intelligente EQ-Startpunkte direkt zur Hand zu haben?

 

 

 EQ Cutoff Einstellung

 

Meine Toms klingen langweilig

Wenn deinen Toms das gewisse Etwas fehlt, kann ein Charakterkompressor dir das richtige Maß an Biss und Farbe verleihen, damit sie im Kontext Ihres Mixes auffallen. Der wohl bewährteste Charakterkompressor ist ein Distressor-ähnlicher Kompressor. Distressoren können sowohl eine 1176- als auch eine LA-2A-ähnliche Kompression liefern und verfügen außerdem über eine eingebaute Sättigungsschaltung, mit der Sie Ihrem Track mehr Biss verleihen können. Sie können auch 1176-Comps, SSL-Comps und API-Comps verwenden, um den Charakter einer Spur zu verstärken. Diese Studioklassiker werden seit Jahrzehnten von Toningenieuren wegen ihrer ohrwurmverdächtigen Klangfärbung verwendet.

 

 

EQ Cutoff Einstellung

 

Den Rest des Weges mit einer Referenzspur zurücklegen

Wenn man über einen längeren Zeitraum mischt, kann man leicht den Überblick verlieren - vor allem, wenn man seine Ohren nicht ausruht. Diese Art von Ermüdung der Ohren ist weit verbreitet, selbst bei erfahrenen Profis.
Aus diesem Grund verwenden erfahrene Mischtechniker Referenzspuren.
Referenzspuren sind professionell abgemischte und gemasterte Songs, die Sie für einen regelmäßigen Realitätscheck verwenden, und sie sind unerlässlich, um eine ausgewogene Mischung zu erzielen, die sich gut auf andere Wiedergabesysteme übertragen lässt.

Das REFERENCE-Plug-in macht die Verwendung von Referenzspuren supereinfach. Importieren Sie einfach eine Referenzspur, die Sie emulieren möchten, vorzugsweise aus demselben Genre, an dem Sie arbeiten, und verwenden Sie dann die Toms der Referenzspur als Maßstab dafür, wie Ihre Toms klingen sollten.

Referenzspuren helfen dabei, die Pegel im Griff zu behalten, sie erleichtern EQ-Entscheidungen und helfen dabei, den richtigen Sound und das richtige Verhalten aus dem Kompressor deiner Toms herauszuholen.

Einfach ausgedrückt: Eine Referenzspur stellt sicher, dass die Toms in deinem Song genauso gut - oder besser - klingen, wie alles andere auf der Festplatte des Zuhörers.

 

 

Mastering The Mix - Reference Plugin

 

Fazit

Es ist eine harte Tatsache: Wenn du druckvoll klingende Toms willst, brauchst du eine gut abgestimmte Kompression. Die Befolgung unserer Tipps und Tricks zum Abmischen ist ein einfacher - und effektiver - Weg, um deine Mischungen auf die nächste Stufe zu heben.

 

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